Sachverständigenbüro Pflege

Informationen für Sozialgerichte

Mit dem ab Januar 2017 geltenden § 14 SGB XI wurde Pflegebedürftigkeit durch den Gesetzgeber neu definiert und dafür ein Begutachtungsinstrument entwickelt, mit dem ab diesem Zeitpunkt der Grad der Pflegebedürftigkeit zu ermitteln ist (§ 15 SGB XI). Aufzuwendende Pflegezeit, als bisheriger Faktor zur Anerkennung von Pflegebedürftigkeit, wird bei der Zuerkennung eines Pflegegrades keine Bedeutung mehr haben. Entscheidend ist nunmehr das Maß der Selbständigkeit, die in sechs Lebensbereichen (Modulen) mit dem neuen Begutachtungsassessment (NBA) erhoben wird.

Zwar besitzt das NBA, im Vergleich zum bisherigen Erhebungsinstrument, eine wesentlich höhere Sensitivität, es ist zugleich aber auch wesentlich komplexer, da sich die Anzahl der zu erhebenden Items, die Eingang in die Ermittlung des Pflegegrades finden, verdreifacht hat. Erhoben wird (in Abstufungen), ob die zu bewertenden Fähigkeiten vorhanden sind bzw. ob die Aktivitäten selbständig ausgeführt werden können (ebenfalls abgestuft) und wie häufig bei „Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen“ (Modul 3) sowie bei der „Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen“ (Modul 5) Hilfe erforderlich ist. Da der Grad der Beeinträchtigungen der Selbständigkeit bzw. der Fähigkeiten mit Punktwerten versehen wird, ist zu erwarten, dass Gegenstand der Auseinandersetzungen in den Gerichtsverfahren künftig die Anzahl der im Begutachtungsverfahren vergebenen Punkte sein wird. Nach § 15 Absatz 2 SGB XI sind die in den einzelnen Lebensbereichen ermittelten Punkte in unterschiedlich gewichteter Form schließlich zu einer Gesamtpunktzahl zu addieren und einem festgelegten Punktbereich zuzuordnen, aus dem sich dann der Pflegegrad ergibt.

Jeweils mit dem Einverständnis der zu begutachtenden Personen haben wir das neue Begutachtungsinstrument bereits probeweise angewendet, um uns nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch auf das neue Begutachtungsverfahren vorzubereiten. Deswegen sind wir in der Lage, bei Gutachtenaufträgen, mit denen die Anordnung eines Hausbesuchs bei der Klägerin/dem Kläger verbunden ist,

  • die vorliegenden Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten unter Nutzung des neuen Begutachtungsassessments zu prüfen und diese ggf. anhand weiterer in der Pflegewissenschaft anerkannter Assessments zu verifizieren, was es ermöglicht,
  • jeweils objektive und pflegefachlich begründete Ergebnisse vorzulegen
  • erwartet werden können eine übersichtliche und systematisierte Dokumentation der Untersuchungsergebnisse und damit verbunden,
  • die für die Verfahrensbeteiligten verständliche, nachvollziehbare und transparente Erläuterung der Zusammenhänge zwischen den vorliegenden Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten einerseits und dem daraus resultierendem Hilfebedarf andererseits
  • ein Vergleich der im Rahmen eines Gutachtenauftrags ermittelten Ergebnisse mit evtl. vorliegenden Befundberichten und/oder vorhandenen Gutachten deren Abweichungen und Übereinstimmungen dargelegt werden.

In jedem Fall erfolgt eine detaillierte Dokumentenanalyse der mit den Gerichts- und Verwaltungsakten zur Gutachtenerstattung überlassenen Unterlagen. Darüber hinaus – soweit Bestandteil der Beweisanordnung bzw. Inhalt der Beweisfragen – erfolgt eine kritische Würdigung der Ergebnisse vorangegangener Begutachtungen.

Aufgrund der jahrelangen vertrauensvollen und wiederkehrenden Zusammenarbeit mit Sozialgerichten und Landessozialgerichten liegen umfangreiche Erfahrungen in der Gutachtenerstattung vor.

Für die Kinderbegutachtung bestehen Kooperationen sowohl mit einer Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie mit in der Begutachtung von Kindern erfahrenen Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/Innen, teilweise mit intensivpflegerischer Ausbildung für die Pädiatrie. Bei beabsichtigter Beauftragung der Begutachtung von Kindern, werden dem Gericht die Kooperationspartner/Innen namhaft gemacht, ihre Fach- und Sachkunde wird im Einzelfall nachgewiesen, um ggf. geplante Untersuchungen mit dem dafür ausgebildeten Fachpersonal durch das Gericht genehmigen zu lassen. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass auch die Gutgutachtenerstattung bei Kindern auf fachlich gleichbleibend hohem Niveau und aktuellem Wissensstand erfolgt.

Wenn Sie sich vor einer Gutachtenbeauftragung von der Qualität unserer Gutachten überzeugen möchten, sind wir gern bereit, Ihnen ein anonymisiertes Sachverständigengutachten zur Verfügung zu stellen. Bitte nehmen Sie in diesem Fall über das Kontaktformular Verbindung zu uns auf.

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